#All_you_need_is_love

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Ich bin mir meiner Seele
In Deiner nur bewusst,
Mein Herz kann nimmer ruhen
Als nur an Deiner Brust!
Mein Herz kann nimmer schlagen
als nur für dich allein.
Ich bin so ganz dein eigen,
so ganze auf immer dein.

Theodor Storm

Love

Liefde

amour

amore

любить

amor

Liebe

Was ist Liebe? Auf diese Frage gibt es keine allgemein gültige Antwort, denn jeder Mensch definiert Liebe anders und individuell für sich. Frag zehn Personen in deinem Umfeld und du bekommst zehn unterschiedliche Antworten, was Liebe ist und was sie auch nicht ist.

Wer frisch verliebt ist, spricht häufig von der rosa-roten Brille, der Wolke 7 oder den bekannten Schmetterlingen bzw. einem Kribbeln im Bauch. Das Leben ist bunt, das Herz schlägt im Takt der Leichtigkeit, jede Zelle des Körpers ist glücklich und gelegentlich fühlt man sich auch unsterblich, zumindest geht es mir so, wenn die Schmetterlinge in mein Leben bisher traten. Ein Gefühl, das man am liebsten in kleine Glasflaschen einfangen möchte und das nie enden möge, weil es einfach nur schön ist. Nicht immer werden die eigenen Gefühle auch vom Gegenüber erwidert. Das fühlt sich dann wie Weltuntergangsstimmung an- zahlreiche unglückliche Liebesgeschichten finden sich in der Kunst wider: ob in Gedichten, Romanen, Liedern oder Filmen. Überall kann man den bittersüßen Schmerz der unerfüllten Liebe finden und darin Trost finden. Wie viele Gänseblümchen wurden weltweit wohl schon gezupft, um die Bestätigung für die Frage zu bekommen, ob der andere einen denn auch liebt. Und natürlich ist das Ergebnis immer, dass er oder sie einen liebt- notfalls nimmt man ein zweites Gänseblümchen, um die eigene Hoffnung bestätigt zu bekommen. So ist der Mensch nun mal, besonders der irrational Verliebte.

Mein schönstes Gedicht

Mein schönstes Gedicht?

Ich schrieb es nicht.

Aus tiefsten Tiefen stieg es.

Ich schwieg es.

Mascha Kaléko

„Die begrenzte Liebe sucht den Besitz des Anderen, doch die grenzenlose Liebe verlangt nichts anderes als zu lieben.“ Khalil Gibran

Mein Herz, ich will dich fragen,
Was ist denn Liebe? Sag!
„Zwei Seelen und ein Gedanke,
Zwei Herzen und ein Schlag!“
Und sprich, woher kommt Liebe?
„Sie kommt und sie ist da!“
Und sprich, wie schwindet Liebe?
„Die war’s nicht, der’s geschah!“
Und was ist reine Liebe?
„Die ihrer selbst vergisst!“
Und wann ist Lieb’ am tiefsten?
„Wenn sie am stillsten ist!“
Und wann ist Lieb’ am reichsten?
„Das ist sie, wenn sie gibt!“
Und sprich: Wie redet Liebe?
„Sie redet nicht, sie liebt!“

Friedrich Halm

Du bist wie eine Blume,
So hold und schön und rein;
Ich schau dich an, und Wehmut
Schleicht mir ins Herz hinein.
Mir ist, als ob ich die Hände
Aufs Haupt dir legen sollt,
Betend, daß Gott dich erhalte
So rein und schön und hold.

Heinrich Heine

O glücklich, wer ein Herz gefunden,
Das nur in Liebe denkt und sinnt
Und mit der Liebe treu verbunden
Sein schönres Leben erst beginnt!
Wo liebend sich zwei Herzen einen,
Nur eins zu sein in Freud und Leid,
Da muß des Himmels Sonne scheinen
Und heiter lächeln jede Zeit.
Die Liebe, nur die Lieb ist Leben:
Kannst du dein Herz der Liebe weihn,
So hat dir Gott genug gegeben,
Heil dir! Die ganze Welt ist dein!

Hoffmann von Fallersleben

#Springvibes

Friedrich Hölderlin „Der Frühling“       

Die Sonne glänzt, es blühen die Gefilde,
Die Tage kommen blütenreich und milde,
Der Abend blüht hinzu, und helle Tage gehen
Vom Himmel abwärts, wo die Tag entstehen.

Das Jahr erscheint mit seinen Zeiten
Wie eine Pracht, wo Feste sich verbreiten,
Der Menschen Tätigkeit beginnt mit neuem Ziele,
So sind die Zeichen in der Welt, der Wunder viele.

Ludwig Uhland „Frühlingsglaube“

Die linden Lüfte sind erwacht, sie säuseln und wehen Tag und Nacht,

sie schaffen an allen Enden. O frischer Duft, o neuer Klang!

Nun, armes Herze, sei nicht bang! Nun muss sich alles, alles wenden.

Die Welt wird schöner mit jedem Tag,

man weiß nicht, was noch werden mag,

Das Blühen will nicht enden. Es blüht das fernste, tiefste Tal:

Nun armes Herz, vergiss der Qual! Nun muss sich alles, alles wenden.

Mai , der Frühling ist in voller Blüte und der Lockdown in Deutschland wegen dem Corona-Virus ist beendet. Das Leben erwacht wieder mit all den positiven und negativen Aspekten, die dazugehören. Die Sonne wird von Tag zu Tag wärmer, die Natur ist trocken und sehnt sich nach Regen. Farben leuchten, egal wohin das Auge sieht. Der liebliche Geruch von Flieder liegt in der Luft, eine lila und weiße Blütenpracht an jedem Ast. In den letzten Wochen sind aus dem gelben Löwenzahn auf den Wiesen weiße Pusteblumen geworden, die ihre Köpfe in die Luft strecken und förmlich darauf warten, dass wir sie in die Hand nehmen, die Samen wegpusten und uns etwas wünschen, in der Hoffnung das es sich erfüllt. Für einen kurzen Moment sich wie eine Fünfjährige fühlen, die unbeschwert die Welt entdeckt, in der sie lebt. Wer macht das nicht und liebt die Leichtigkeit des Moments, indem man pustet und die kleinen Samenstränge in die Luft fliegen und davon schweben.

Frühling

Wolken Wände brechen auf
die Sonne kommt wieder
öfter zum Zug
ein blauer Himmel
nimmt den Druck
die Last
auch die Vögel wirken
erleichtert
im Flug.

Hans-Christoph Neuert

#Die Farbe Rosa

Petra Gellinger „Frühlingsduft“

Es schwillt die Luft, ist trunken berauscht.
Der Wind treibt bunt die Blüten vom Baum.
Sie stieben wie Schnee, ich glaube zu träumen!
Inmitten der Blüten schwelge ich im Glück,
und nächstes Jahr kommt dieser Duft zurück.

Die Farbe Rosa spaltet die Gemüter: Die einen lieben sie, die anderen können sie nicht ausstehen. Ich entscheide mich für die Liebe zu Rosa, also zumindest im Garten-und Pflanzenbereich. Kleidungstechnisch bleibe ich meinem Schwarz natürlich treu!

Besonders wenn man verliebt ist, spielt die Farbe eine Rosa eine bedeutende Rolle, denn der Volksmund sagt bekanntlich, das man den Partner oder die Partnerin durch die rosarote Brille sieht. Und so überrascht es nicht, dass rosa Blumen mit zarten und filigranen Blüten gern verschenkt werden- steht die Farbe doch für eine noch junge, gerade erst aufkeimende Liebe. Auch Zärtlichkeit und Sehnsucht spielen mit rein. Rosa Blumen versprühen Romantik ohne dabei aufdringlich zu sein oder die Gefühle ganz eindeutig zu definieren – wie es rote Rosen beispielsweise tun würden. Je kräftiger das Rosa der Blüten, desto intensiver wird übrigens die Leidenschaft des Schenkenden zum Ausdruck gebracht. Wissen ja auch nur wenige bzw. beschäftigen sich damit, wenn sie Blumen verschenken. Ich suche immer gezielt die Farbe und die Blume für die Situation aus, aber das ist eine andere Geschichte.

Zurück zur Farbe Rosa im allgemeinen. Als Farbelement in Wohnräumen wirkt es beruhigend und sorgt für Gelassenheit. Es soll sich positiv auf die Stimmung auswirken, wenn jemand schlecht gelaunt ist-obwohl ich persönlich keine rosa Wände haben möchte! Das erinnert mich doch zu sehr an Prinzessinnen-Kinderzimmer. Wenn wir einen Blick ins Tierreich zu den Flamingos werfen, so ist ein kräftiges Rosa ausschlaggebend für die Fortpflanzung. Heißt also: Je dunkler ein Männchen gefärbt ist, desto besser stehen seine Chancen, bei einem Weibchen zu punkten. Das Gefieder der Flamingos färbt sich durch ihre Nahrung wie Algen und Krebstiere. Somit bedeutet ein starker Rosaton, dass das Männchen gut genährt und besonders kräftig ist. Also falls demnächst mal innerhalb der Familie die Frage aufkommt, kann sie nach dem Lesen meines Blog beantwortet werden 🙂

Rosa wird als zarte Farbe häufig mit Weichheit, mit Jugend und mit Zuneigung assoziiert. Viele Bäume blühen im Frühling in Rosa. Daher steht Rosa auch für zarte Anfänge und für das neue Erwachen des Lebens. Was kann es also Passenderes für den Frühling geben als die Farbe Rosa!

#Magnolien

Magnolien

Das Licht überküsste
einen unscheinbaren Baum
und tropfte aus Elfenbeinwachs
einen Traum,
der über Nacht so einzig ersteht
und Farbschauerblüten zum Himmel erhebt.

Diese Zartheit zu schauen,
legt Zurückhaltung auf.
Denn nur im Verweilen blühen Kelche dir auf,
um die eine ganz besondre Sanftheit schwebt,
und die sich dann still in dein Innerstes legt.

Renate Tank

Die Blumensprache sagt: “ Wie unschuldig du bist.“

Im Frühling blühen sie- die Magnolien. Neben Tulpen sind Magnolienblüten für mich die schönste Sinnlichkeit in Pflanzenform. Der Blütenkelch so elegant geformt und zart. Er strahlt eine Anmut aus, deren Anziehungskraft ich mich nicht entziehen kann. Gleichzeitig ist der Blütenkopf aber auch fest, strahlt Kraft aus und wirkt dabei unschuldig-zumindest geht es mir bei den weißen Magnolien so. Leider blühen Magnolien immer nur eine kurze Zeit im Frühjahr, sodass ich mich mit dem Fotografieren und ansehen oft beeilen muss. In diesem Jahr zerstörte der Nachtfrost viele Knospen, demzufolge gab es leider kaum blühende Magnolien zu sehen. Aber irgendwie passt auch das in diesen Frühling 2020, der so anders ist …

#Der_andere_Frühling

Es wird so zart mit dem Licht und gelb und so,
und das Gras riecht wie grün.
Gras riecht immer wie grün,
wie Hoffnung eben, und das macht froh.

M.B. Hermann

April 2020-der Frühling steht in den Startlöchern. Die Sonne scheint und erweckt die Natur aus ihrem Winterschlaf. Farbenfroh präsentieren sich Frühblüher, bedecken den Boden und vertreiben dabei das winter-grau. Für mich ist der Frühling mit die schönste Jahreszeit, wenn die Sonnenstrahlen meine Haut anfangen zu wärmen und ich das Gefühl habe, dass auch mein Körper aus dem Winterschlaf erwacht. Frühling ist für mich bunt, leicht und beschwingt, steht für Hoffnung, Wachstum, Neubeginn, Zuversicht und dem Gefühl, das alles möglich ist!

Der Frühling 2020 ist ein anderer, denn die Welt wird bestimmt von einem Virus namens Corona.

Vor ein paar Monaten war das Virus noch in China, also gefühlt weit weg von uns und unserem Alltag. Man sah die Bilder der Sterbenden in den Medien, hätte aber in dem Moment nicht gedacht, dass auch unser Leben in Europa und Deutschland wenig später von Corona geprägt sein wird. Ich will nicht ausführlich meine Gedanken zu der aktuellen Situation schreiben, denn es sollte in dem Post um den Frühling gehen und doch komme ich nicht drum herum auch von Corona zu sprechen, denn dadurch erlebe ich wie viele Menschen auch einen anderen Frühling. Seit Wochen herrscht eine Kontaktsperre, die für mich keine Herausforderung darstellt, denn den Großteil meiner Zeit verbringe ich allein. Abstand halten beim Einkaufen ist auch ein Punkt, den ich begrüße und als ungemein angenehm empfinde. Auch meine Arbeitsbedingungen haben sich durch das Homeoffice vieler Kollegen verbessert, Atemschutzmaske tragen ist für mich so selbstverständlich wie mein Fahrradhelm oder die Sonnenbrille, die mein täglicher Begleiter ist. Mir fällt es nicht schwer noch mehr auf Hygiene zu achten, um mich und andere zu schützen. All diese Schutzmaßnahmen, die mein Leben derzeit prägen und auch die temporäre Einschränkung von Grundrechten wie der Versammlungsfreiheit machen mir keine Angst und stimmen mich weniger nachdenklich, als das asoziale Verhalten von Teilen der Bevölkerung, welches sich in sogenannten Hamsterkäufen oder in aggressivem Verhalten in Alltagssituationen zeigt. Und dann gibt es noch die Momente der fassungslosen Sprachlosigkeit, wenn Menschen sagen, dass ihr Leben nicht lebenswert sei, weil die Konzert-oder Fußballsaison dieses Jahr ausfällt oder das ihnen ein Jahr Lebensqualität geklaut wird, damit ältere Menschen vor Corona geschützt werden, die ihr Leben bereits gelebt haben und sowieso sterben werden. Solche Gedankengänge von anderen Menschen zu hören, macht mir mehr Angst als an Corona zu erkranken. Und sie bringen mich zum Nachdenken in welcher Gesellschaft ich lebe, in der Menschen ihr Leben wertvoller erachten als das ihres Gegenübers.

Frühling war für mich immer verbunden mit Kraft, Wachstum und Hoffnung. Dieser Frühling wird mir dieses Grundgefühl in meinem Herzen nicht nehmen, auch wenn die Umstände mich anders durch die Natur gehen lassen, mein Blickfeld sich auf meine Umgebung verändert und die leichte Beschwingtheit einer inneren Unsicherheit gewichen ist. So nehme ich aber die Wärme der Sonne wahr, das farbenfrohe Kleid der Natur, die Konzerte der heimischen Vögel und die Ruhe, die all das ausstrahlt. Das Leben ist entschleunigt und so laufe ich durch diesen Frühling mit einem Mundschutz und sehe die Welt mit bewussteren Augen, achte mehr auf Details, übe mich in Achtsamkeit und genieße all das mit dem Wissen, dass nächstes Jahr auch wieder ein Frühling kommen wird!

Bleibt gesund und #StayAtHome !

#Baumliebe

Menschen und Bäume sind schon immer eng miteinander verbunden, warum also nicht einen Blogeintrag zu Bäumen schreiben? In vielen Mythologien ist der Baum ein Spiegel des Universums und ein Vermittler zwischen den Welten: der Unterwelt, der Erde und dem Himmel. Vielfältig ist auch seine Bedeutung als Metapher oder verwendetes Symbol. Der Baum steht für Wachstum und Entwicklung, gleichzeitig aber auch für Unbeweglichkeit. Er ist fest mit der Erde verwachsen, seine Wurzeln dringen tief in sie ein, nutzen sie als Nahrungsquelle und geben gleichzeitig Stabilität. Bäume strahlen Stärke aus und diese unfassbare Widerstandskraft. Ohne Bäume gäbe es kein Leben auf unserem Planeten!

Ich mochte als kleines Kind bereits Bäume, in den Ferien war ich oft mit meinen Großeltern im Wald und lernte von meinem Opa viel über die unterschiedlichen Baumarten. Ich sammelte Blätter, presste sie trocken in Büchern und berührte die Rinden, fühlte mit meinen Händen die Oberflächen und lernte so den Respekt vor der Natur. In Trickfilmen haben Bäume meist ein Gesicht, mit Augen und können sprechen. Wenn ich in der Natur unterwegs bin und Bäume sehe, so haben sie für mich bis heute diese Augen, die einen ansehen und die Baumrinde ist ihre Art der Sprache. Vielleicht ist diese Sichtweise kindlich naiv oder zeugt von einem kleinen Restfunken Phantasie in mir, oder ist eine Mischung aus beidem. Keine Ahnung, aber ich mag diese Vorstellung und rein äußerlich betrachtet, sind Bäume doch wie Menschen: es gibt sie in groß und klein, jung und alt, dick und dünn, gesund und krank. Lediglich die Sprache fehlt, aber vielleicht ist genau das der Grund, warum Menschen Zuflucht in der Natur suchen, sich unter einen Baum setzen, die Stille des Waldes genießen und dem Baum Symbolkraft für ihr eigenes Ich zuschreiben, Kraft schöpfen beim Anblick eines Baumes und nachdenken. Grün ist eine harmonisierende Farbe, die Farbe der Hoffnung, des Herzens und des Mitgefühls. Jeder Baum hat seine eigene Ausdruckskraft und Eigenart, ist auf seine Weise schön und einmalig. Aus diesem Empfinden heraus ist diese schwarz-weiß Serie von Bäumen entstanden. Veränderte Perspektiven und Blickwinkel, manches vielleicht düster wirkend-im Ganzen doch klar, strukturiert und unaufgeregt fotografiert.

„Ich drücke mein Gesicht an seine dunkle,

warme Rinde und spüre Heimat –

und bin so unsäglich dankbar in

diesem Augenblick.“

– Sophie Scholl

#Hallo2020

Es ist bereits Mitte Februar und ich sage mal „Hallo 2020“ auf meinem Blog. Für Neujahrswünsche bin ich minimal zu spät, darum verzichte ich an dieser Stelle darauf und hoffe, dass ihr alle einen wundervollen Start in das Jahr 2020 hattet.

Das Jahr 2019 ist wie im Flug vergangen, zumindest ging es mir so. Es gab beruflich viel zu tun, die eine oder andere Herausforderung zu meistern, und eine Weile stand die Überlegung im Raum den Blog zu schließen, weil einfach keine Zeit dafür da war und manchmal auch keine Lust, wenn ich ehrlich bin- wer kennt das nicht? Dazu das schlechte Gewissen nicht zu fotografieren und der innere Druck unbedingt den Blog pflegen zu wollen.

Letztlich mache ich den Blog für mich und bin niemandem eine Erklärung schuldig, warum ich was wann oder wie mache. Natürlich führt ein selten gepflegter Blog zu weniger Klicks, die virtuelle Währung für Erfolg oder Nichterfolg eines jeden kreativen Daseins im Netz. Aber auch das spielt für mich eine untergeordnete Rolle und so habe ich mich entschieden, dass der Blog auch im Jahr 2020 online sein wird und die Verträge für Server und Co. verlängert.

„Mach sichtbar, was vielleicht ohne dich nie wahrgenommen worden wäre.“
– Robert Bresson –

Wo die fotografische Reise hingehen wird, ist allerdings offen und soll auch nicht verbindlich festgelegt werden, einfach um den ungezwungenen Spaß nicht zu nehmen. Was ich aber schon mal verraten kann, dass es neben der klassischen Spiegelreflex nun noch eine Vollformatkamera von Sony gibt, womit ich mir einen kleinen Wunsch zum Jahresende erfüllt habe. Derzeit ist noch die Testphase, was die technischen Basics angeht, aber bisher bin ich sehr zufrieden und bereue mein Fremdgehen von Canon zu Sony nicht. Grundsätzlich soll wieder gezielter thematisch fotografiert werden, das Auge für neue Blickwinkel geöffnet und somit aus seinem visuellen Alltag entführt werden. Schauen wir mal, ob das gelingen wird -in diesem Sinne auf ein buntes fotoreiches 2020!

#Tulpenliebe

Tulpe
tulip
tulipe
tulipano
tulipá

Der Frühling ist die Saison für Frühblüher in allen Formen und Farben- egal ob Narzissen, Tulpen oder Hyazinthen. Draußen herrschen noch Kälte und Dunkelheit, doch in den Wohnungen und Häusern werden diese mit frischen Farben und Blumenduft vertrieben. Und so hat ein jeder seinen persönlichen Liebling unter den Frühblühern. Bei mir sind es die Tulpen!

Warum gerade Tulpen?

Tulpen vereinen für mich Schönheit, Eleganz und Zartheit in einem. Sie haben einen grazilen Blütenkopf, der von Sorte zu Sorte unterschiedlich architektonisch schön ist ( so man diesen Begriff überhaupt im Zusammenhang mit Blumen verwendet ). Die Blütenblätter sind stark ausgeprägt und doch weich, wenn man einzeln darüber streicht. Es ist eine wundervolle Mischung verschiedener Komponenten, die mich visuell an Tulpen faszinieren. Das ist zumindest die für jeden äußerlich erklärbare Liebe.

Es gibt aber auch eine emotionale Verbundenheit zu Tulpen, die während meiner Studienzeit entstanden ist. Ich war für mehrere Monate in Indien, um ein freiwilliges Auslandspraktikum zu absolvieren. Mein Arbeitsort war eine NGO, die sich mit den unterschiedlichsten Hilfsangeboten um misshandelte und traumatisierte Mädchen und Frauen in den Slums der Stadt kümmerte. Dort arbeitete eine junge Frau, namens Prehma, die zu der höheren Kaste der Brahmanen anzurechnen ist. Auch wenn das Kastensystem offiziell durch die Verfassung 1949 abgeschafft wurde, so bestimmt es doch bis heute das soziale Leben in Indien. Prehma war Mitte 20, zu dem Zeitpunkt noch unverheiratet und sehr schüchtern. Das lag u.a. vielleicht an der großen vernarbten rechten Gesichtshälfte, die sie aufgrund einer Operation hatte. Aber das kann ich nur vermuten, denn offen darüber gesprochen haben wir nie.Während meines Praktikums verbrachten wir beide viel Zeit miteinander, ich lernte die indische Kultur von einer anderen Seite kennen und Dank der vielen Erklärungen von Prehma auch besser verstehen, was weiß Gott keine leichte Aufgabe ist. Ich bekam eine Einladung zu ihrer Familie, denn das Fest der Farben (Holi genannt) stand vor der Tür und somit die farbenfrohe Begrüßung des Frühlings. Aus meinem deutschen kulturellen Traditionsdenken heraus, begab ich mich auf die Suche nach einem Blumenladen, denn ich wollte als kleine Aufmerksamkeit Prehma einen Blumenstrauß schenken. Einen Blumenladen in Indien zu finden, gleicht der Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen, zumindest befinden sie sich nicht an jeder Ecke. Ich hatte eine niederländische Mitbewohnerin, die ein Praktikum in einem Luxushotel machte und so kam ich dann doch zu meinen Blumenstrauß. Es war ein kleiner bunter Frühlingsstrauß, nichts aufwändiges oder außergewöhnliches-zumindest dachte ich das bis dahin. Bei den Eltern angekommen, wurde ich freundlich in Empfang genommen und überreichte Prehma meinen Blumenstrauß. Es folgte zuerst etwas Schweigen, das wechselte in eine schüchterne Verlegenheit und irgendwann die Frage, ob das in Deutschland typisch ist, dass man Blumen mitbringt. Das wäre in Indien nämlich nicht so. Es folgte eine kurze Irritation meinerseits, weil ich diese Reaktion nicht erwartet hatte. Ich erklärte ihr dann, dass das bei uns eine liebe Geste ist und das ich hoffe, dass ich ihr nicht unwissender weise vor den Kopf gestoßen habe. Das verneinte sie und lächelte. Dann fiel ihr Blick ein zweites Mal auf die Blumen in ihrer Hand und winzige Tränen liefen über ihr Gesicht. Es waren Freudentränen, wie sie mir dann erklärte, denn in diesem Strauß war eine Tulpe und Tulpen sind ihre Lieblingsblumen, obwohl sie sie bisher nur von Bildern kannte. Und so lächelten wir beide in diesem Moment…..

Als ich Monate später wieder in Deutschland war, entwickelte sich zwischen uns beiden eine Brieffreundschaft, denn das digitale Zeitalter war noch nicht so fortgeschritten wie es jetzt der Fall ist. Im Frühjahr begann bei uns die Tulpenzeit und somit meine Zeit, wöchentlich Tulpen zu kaufen und zu fotografieren, die Fotos auf Papier drucken zu lassen und Prehma zu schicken. Das ging viele Jahre so, bis sie umgezogen war (vermutlich aufgrund einer Hochzeit, aber das kann ich nur vermuten) und die Zuverlässigkeit der indischen Post unserer Brieffreundschaft ein Ende setzte.

Der Moment mit dem Blumenstrauß ist mittlerweile über 15 Jahre her und auch wenn wir uns leider aus den Augen verloren haben, so fotografiere ich dennoch weiterhin jedes Frühjahr bunte Tulpen für sie, sehe dabei dieses verlegene junge Mädchen mit den Freudentränen vor mir stehen und lächle.

Pinnwand-Premiere

Hallo und willkommen zu meinem ersten Eintrag auf meiner zukünftigen Pinnwand. Ich habe mich von Anfang gegen eine klassische Blog-Seite entschieden, weil es mir in erster Linie darum ging, das Portfolio meiner Fotografie zu präsentieren. Das macht sich meiner Meinung nach in einem Blog nicht so gut. Nun kam aber vermehrt die Frage, warum ich eine Blog.Adresse habe und nichts schreibe. Die Adresse entstand aus praktischen Gründen, weil ich mit meiner Domain nicht so schnell umziehen konnte, wie ich angefangen habe meine WordPress-Seite zu gestalten. Ja, Geduld ist gelegentlich nicht meine Stärke. Der zweite Punkt ist, dass ein Blog in meinen Augen nur sinnvoll ist, wenn er regelmäßig gepflegt wird. Das erschien mir etwas viel Arbeit für mal so schnell zwischendurch. Da ich kein Freund von halben Sachen bin, fiel diese Option also weg.

Aber irgendwie ließ der Gedanke mich nicht los, doch etwas mehr auf meiner Webseite zu machen und so habe ich mir die Kategorie Pinnwand einfallen lassen-als kleiner Kompromiss zwischen Blog und reinem Portfolio.

Wie das genau aussehen soll? Keine Ahnung, es ist momentan kreativ alles offen. Ich möchte zumindest mit einer gewissen Regelmäßigkeit hier Beiträge posten, die natürlich immer einen fotografischen Bezug haben werden, denn ganz ohne Fotos geht es nicht bei mir. Es steht auch die Überlegung im Raum, jede Woche thematisch zu fotografieren und so wieder etwas das Auge zu schulen und neue kreative Wege zu betreten. Schauen wir mal, wann ich damit anfangen werde. Ich werde es zumindest hier mitteilen – wo auch sonst 😉

ein aufgeklapptes Buch mit Lesezeichen...auf der einen Buchseite steht: Jeder Moment ist Ewigkeit ( das ist auch der Buchtitel)


„Jeder Moment ist Ewigkeit: Als Fotojournalistin in den Krisengebieten der Welt“
( Lynsey Addario)