Menschen und Bäume sind schon immer eng miteinander verbunden, warum also nicht einen Blogeintrag zu Bäumen schreiben? In vielen Mythologien ist der Baum ein Spiegel des Universums und ein Vermittler zwischen den Welten: der Unterwelt, der Erde und dem Himmel. Vielfältig ist auch seine Bedeutung als Metapher oder verwendetes Symbol. Der Baum steht für Wachstum und Entwicklung, gleichzeitig aber auch für Unbeweglichkeit. Er ist fest mit der Erde verwachsen, seine Wurzeln dringen tief in sie ein, nutzen sie als Nahrungsquelle und geben gleichzeitig Stabilität. Bäume strahlen Stärke aus und diese unfassbare Widerstandskraft. Ohne Bäume gäbe es kein Leben auf unserem Planeten!
Ich mochte als kleines Kind bereits Bäume, in den Ferien war ich oft mit meinen Großeltern im Wald und lernte von meinem Opa viel über die unterschiedlichen Baumarten. Ich sammelte Blätter, presste sie trocken in Büchern und berührte die Rinden, fühlte mit meinen Händen die Oberflächen und lernte so den Respekt vor der Natur. In Trickfilmen haben Bäume meist ein Gesicht, mit Augen und können sprechen. Wenn ich in der Natur unterwegs bin und Bäume sehe, so haben sie für mich bis heute diese Augen, die einen ansehen und die Baumrinde ist ihre Art der Sprache. Vielleicht ist diese Sichtweise kindlich naiv oder zeugt von einem kleinen Restfunken Phantasie in mir, oder ist eine Mischung aus beidem. Keine Ahnung, aber ich mag diese Vorstellung und rein äußerlich betrachtet, sind Bäume doch wie Menschen: es gibt sie in groß und klein, jung und alt, dick und dünn, gesund und krank. Lediglich die Sprache fehlt, aber vielleicht ist genau das der Grund, warum Menschen Zuflucht in der Natur suchen, sich unter einen Baum setzen, die Stille des Waldes genießen und dem Baum Symbolkraft für ihr eigenes Ich zuschreiben, Kraft schöpfen beim Anblick eines Baumes und nachdenken. Grün ist eine harmonisierende Farbe, die Farbe der Hoffnung, des Herzens und des Mitgefühls. Jeder Baum hat seine eigene Ausdruckskraft und Eigenart, ist auf seine Weise schön und einmalig. Aus diesem Empfinden heraus ist diese schwarz-weiß Serie von Bäumen entstanden. Veränderte Perspektiven und Blickwinkel, manches vielleicht düster wirkend-im Ganzen doch klar, strukturiert und unaufgeregt fotografiert.
„Ich drücke mein Gesicht an seine dunkle,
warme Rinde und spüre Heimat –
und bin so unsäglich dankbar in
diesem Augenblick.“
– Sophie Scholl













